Komplexe Zahlen: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Seite wurde neu angelegt: „Mit Hilfe der komplexen Zahlen ist es möglich, Gleichungen wie z.B. <math>x^{2}+1 = 0</math> zu lösen. Das Einzige, das neu dazukommt, ist die imaginäre Einheit "<math>\mathrm{i}</math>", alle anderen Rechenregeln bleiben erhalten. == Vorbemerkung und Wiederholung == In der Mittelstufe wurde folgendes gelehrt: <math>(14 - 5) * (17 - 11) = 9 * 6 = 54</math>. Oder man rechnet mit doppelter Anwendung des Distributivgesetzes: <math>14*17 - 5*17 -14*…“
 
 
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Mit Hilfe der komplexen Zahlen ist es möglich, Gleichungen wie z.B. <math>x^{2}+1 = 0</math> zu lösen.
Mit Hilfe der komplexen Zahlen ist es möglich, Gleichungen wie z.B. <math>x^{2}+1 = 0</math> zu lösen.  


Das Einzige, das neu dazukommt, ist die imaginäre Einheit "<math>\mathrm{i}</math>",
Das Einzige, das neu dazukommt, ist die imaginäre Einheit "<math>\mathrm{i}</math>",  


alle anderen Rechenregeln bleiben erhalten.
alle anderen Rechenregeln bleiben erhalten.<br /><br />


== Vorbemerkung und Wiederholung ==
== Vorbemerkung und Wiederholung ==
In der Mittelstufe wurde folgendes gelehrt:
In der Mittelstufe wurde folgendes gelehrt:  


<math>(14 - 5) * (17 - 11) =  9 * 6 = 54</math>.
<math>(14 - 5) * (17 - 11) =  9 * 6 = 54</math>.  


Oder man rechnet mit doppelter Anwendung des Distributivgesetzes:
Oder man rechnet mit doppelter Anwendung des Distributivgesetzes:  


<math>14*17 - 5*17 -14*11 + 5*11 = 238 - 85 - 154 + 55 = 54.</math>
<math>14*17 - 5*17 -14*11 + 5*11 = 238 - 85 - 154 + 55 = 54.</math>  


Wir sehen: <math>(-5)*(-11)</math> muss <math>55</math> ergeben, oder kürzer: "Minus mal Minus ergibt Plus".
Wir sehen: <math>(-5)*(-11)</math> muss <math>55</math> ergeben, oder kürzer: "Minus mal Minus ergibt Plus".  


Somit ergibt sich: <math>(-7)*(-7) = 49</math>
Somit ergibt sich: <math>(-7)*(-7) = 49</math>  


Wäre das nicht so, dann würde das Gefüge von Addition und Multiplikation sofort zusammenbrechen,
Wäre das nicht so, dann würde das Gefüge von Addition und Multiplikation sofort zusammenbrechen,  


weil die Distributivgesetze verletzt wären. Und wir sind auch gewohnt: "Plus mal Plus ergibt Plus".
weil die Distributivgesetze verletzt wären. Und wir sind auch gewohnt: "Plus mal Plus ergibt Plus".  


Das Quadrieren einer Zahl ungleich Null führt also immer zu einer positiven Zahl.
Das Quadrieren einer Zahl ungleich Null führt also immer zu einer positiven Zahl.  


== i<math>^{2} = -1, </math> ==
== i<math>^{2} = -1, </math> ==
Und nun kommt eine Ausnahme, die imaginäre Einheit "<math>\mathrm{i}</math>".
Und nun kommt eine Ausnahme, die imaginäre Einheit "<math>\mathrm{i}</math>".  


Hier gilt jetzt:
Hier gilt jetzt:  


<span style="color: red"><math> \mathrm{i*i = -1.} </math></span>
<span style="color: red"><math> \mathrm{i*i = -1.} </math></span>


Oder kürzer:
Oder kürzer:  


<span style="color: red"><math> \mathrm{i^2 = -1.} </math></span>
<span style="color: red"><math> \mathrm{i^2 = -1.} </math></span><br /> 


Selbstverständlich bleiben die bis jetzt erlernten Rechenregeln erhalten!
Selbstverständlich bleiben die bis jetzt erlernten Rechenregeln erhalten!<br /><br />


== Reelle Zahlen ==
== Reelle Zahlen ==
Die reellen Zahlen kennen die meisten von uns, Beispiele:
Die reellen Zahlen kennen die meisten von uns, Beispiele:  


<math>-23,</math>
<math>-23,</math>  


<math>\sqrt{5},</math>
<math>\sqrt{5},</math>  


<math>0,</math>
<math>0,</math>  


<math>1,</math>
<math>1,</math>  


<math>114,375,</math>
<math>114,375,</math>  


<math>\mathrm{log 19.}</math>
<math>\mathrm{log 19.}</math>  


Die Menge der reellen Zahlen wird mit "<math>\mathbb{R}</math>" bezeichnet.
Die Menge der reellen Zahlen wird mit "<math>\mathbb{R}</math>" bezeichnet.<br /><br />


== Imaginäre Zahlen ==
== Imaginäre Zahlen ==
Neu sind jetzt die imaginären Zahlen:
Neu sind jetzt die imaginären Zahlen:  


<math>24\mathrm{i}</math>,
<math>24\mathrm{i}</math>,  


<math>-9\mathrm{i},</math>
<math>-9\mathrm{i},</math>  


<math>\sqrt{2}\mathrm{i},</math>.
<math>\sqrt{2}\mathrm{i}</math>.  


Die imaginäre Einheit "<math>\mathrm{i}</math>" kann man ebenfalls als imaginäre Zahl bezeichnen.
Die imaginäre Einheit "<math>\mathrm{i}</math>" kann man ebenfalls als imaginäre Zahl bezeichnen.  


Die Menge der imaginären Zahlen hat keine eigene Abkürzung.
Die Menge der imaginären Zahlen hat keine eigene Abkürzung.<br /><br />


== Komplexe Zahlen ==
== Komplexe Zahlen ==
Eine komplexe Zahl entsteht durch Zusammenfügen einer rellen Zahl und einer imaginären Zahl,
Eine komplexe Zahl entsteht durch Zusammenfügen einer rellen Zahl und einer imaginären Zahl,  


das sieht dann so aus:
das sieht dann so aus:<br />


<math>4 + 7*\mathrm{i}</math>.
<math>4 + 7*\mathrm{i}</math>.  


Es werden also FÜNF Symbole zu einer Zahl:
Es werden also FÜNF Symbole zu einer Zahl:
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<math> 7, </math>
<math> 7, </math>


<math> *, </math>
<math> *, </math>  


<math>\mathrm{i}</math>.
<math>\mathrm{i}</math>.<br />


Diese neu entstandenen Zahlen bilden die Menge der komplexen Zahlen, sie wird mit "<math>\mathbb{C}</math>" bezeichnet.
Diese neu entstandenen Zahlen bilden die Menge der komplexen Zahlen, sie wird mit "<math>\mathbb{C}</math>" bezeichnet.  


Die komplexe Zahl <math>4 + 7*\mathrm{i}</math> hat den Realteil "4" und den Imaginärteil "7".
Die komplexe Zahl <math>4 + 7*\mathrm{i}</math> hat den Realteil "4" und den Imaginärteil "7".  


Bei einer imaginären Zahl ist der Realteil gleich 0, bei einer reellen Zahl ist der Imaginärteil gleich 0.
Bei einer imaginären Zahl ist der Realteil gleich 0, bei einer reellen Zahl ist der Imaginärteil gleich 0.<br /><br />


=== WICHTIGE HINWEISE ===
=== WICHTIGE HINWEISE ===
<nowiki>*</nowiki> "<math>\mathrm{i}</math>" ist keine Variable, wir setzen keine Werte ein, es gilt <math>\mathrm{i}^{2} = -1.</math>
<nowiki>*</nowiki> "<math>\mathrm{i}</math>" ist keine Variable, wir setzen keine Werte ein, es gilt <math>\mathrm{i}^{2} = -1.</math>


<nowiki>*</nowiki> "<math>\mathrm{i}</math>" ist nicht "irgend etwas mit eins oder Wurzel aus eins" und hat auch wenig mit eins zu tun.
<nowiki>*</nowiki> "<math>\mathrm{i}</math>" ist nicht "irgend etwas mit eins oder Wurzel aus eins" und hat auch wenig mit eins zu tun.  


Wir berechnen nicht <math>7*\mathrm{i}</math>.
Wir berechnen nicht <math>7*\mathrm{i}</math>.  


<nowiki>*</nowiki> Wir nehmen auch keine Verkürzung vor, indem wir <math>4+7*\mathrm{i}</math> oder <math>4+7</math> berechnen.
<nowiki>*</nowiki> Wir nehmen auch keine Verkürzung vor, indem wir <math>4+7*\mathrm{i}</math> oder <math>4+7</math> berechnen.  


Wenn <math>4+7*\mathrm{i}</math> das Ergebnis einer Berechnung ist, dann bleibt die Zahl so stehen.
Wenn <math>4+7*\mathrm{i}</math> das Ergebnis einer Berechnung ist, dann bleibt die Zahl so stehen.  


<nowiki>*</nowiki> Realteil UND Imaginärteil einer komplexen Zahl sind reelle Zahlen.
<nowiki>*</nowiki> Realteil UND Imaginärteil einer komplexen Zahl sind reelle Zahlen.  


<nowiki>*</nowiki> Die Schreibweise <math>\mathrm{i} = \sqrt{-1}</math>  ist nicht falsch, man sollte sie aber trotzdem vermeiden.
<nowiki>*</nowiki> Die Schreibweise <math>\mathrm{i} = \sqrt{-1}</math>  ist nicht falsch, man sollte sie aber trotzdem vermeiden.  


<nowiki>*</nowiki> Beim Ausdruck <math>\sqrt{-16}</math> ersetzt man besser das Minuszeichen unter der Wurzel durch <math>\mathrm{i}^{2}</math>,
<nowiki>*</nowiki> Beim Ausdruck <math>\sqrt{-16}</math> ersetzt man besser das Minuszeichen unter der Wurzel durch <math>\mathrm{i}^{2}</math>,  


so dass <math>\sqrt{-16}</math> = <math>\sqrt{16*\mathrm{i}^2} = 4*\mathrm{i}</math>.
so dass <math>\sqrt{-16}</math> = <math>\sqrt{16*\mathrm{i}^2} = 4*\mathrm{i}</math>.  


Die Menge der komplexen Zahlen umfasst somit die natürlichen Zahlen, die ganzen Zahlen,
Die Menge der komplexen Zahlen umfasst somit die natürlichen Zahlen, die ganzen Zahlen,  


die rationalen Zahlen, die reellen Zahlen, die imaginären Zahlen und die zusammengesetzten,
die rationalen Zahlen, die reellen Zahlen, die imaginären Zahlen und die zusammengesetzten,  


also "echt komplexen" Zahlen. Einige Beispiele:
also "echt komplexen" Zahlen. Einige Beispiele:  


<math>1,275 - 3\mathrm{i},</math>
<math>1,275 - 3\mathrm{i},</math>  


<math>\frac{-17}{9} + \sqrt{2}\mathrm{i},</math>
<math>\frac{-17}{9} + \sqrt{2}\mathrm{i},</math>  


<math>5\mathrm{i},</math>
<math>5\mathrm{i},</math>  


<math>-23,</math>
<math>-23,</math>  


<math>\sqrt{5},</math>
<math>\sqrt{5},</math>  


<math>0,</math>
<math>0,</math>  


<math>1.</math>
<math>1.</math>  


Google kann sehr gut mit komplexen Zahlen rechnen. Geben Sie einfach mal die Zeichenfolge <math>\mathrm{i*i}</math> (für copy+paste: i*i)
Google kann sehr gut mit komplexen Zahlen rechnen. Geben Sie einfach mal die Zeichenfolge <math>\mathrm{i*i}</math> (für copy+paste: i*i)


in das google-Suchfeld ein! Oder <math>\mathrm{(-i)*(-i)}</math> (für copy+paste:(-i)*(-i)). Wir kommen noch darauf zurück.
in das google-Suchfeld ein! Oder <math>\mathrm{(-i)*(-i)}</math> (für copy+paste:(-i)*(-i)). Wir kommen noch darauf zurück.<br /><br />


=== Addition und Subtraktion ===
=== Addition und Subtraktion ===
Das ist einfach. Wir addieren (oder subtrahieren) die Realteile und imaginären Zahlen getrennt voneinander.
Das ist einfach. Wir addieren (oder subtrahieren) die Realteile und imaginären Zahlen getrennt voneinander.


<math>(5 + 17\mathrm{i}) + (7 + 8\mathrm{i}) ~ = ~ 12 + 25\mathrm{i}</math>
<math>(5 + 17\mathrm{i}) + (7 + 8\mathrm{i}) ~ = ~ 12 + 25\mathrm{i}</math>  


<math>(4 + 2\mathrm{i}) - (7 - 22\mathrm{i}) ~ = ~ -3 + 24\mathrm{i}</math>
<math>(4 + 2\mathrm{i}) - (7 - 22\mathrm{i}) ~ = ~ -3 + 24\mathrm{i}</math><br /><br />


=== Multiplikation ===
=== Multiplikation ===
Nochmals: auch die natürlichen, ganzen, rationalen und reellen Zahlen gehören zu den komplexen Zahlen, ihr Imaginärteil ist Null.
Nochmals: auch die natürlichen, ganzen, rationalen und reellen Zahlen gehören zu den komplexen Zahlen, ihr Imaginärteil ist Null.  


<math>17 = 17 + 0*\mathrm{i}</math>
<math>17 = 17 + 0*\mathrm{i}</math><br />  


Beispiel 1
Beispiel 1


<math>2 ~ * ~ (6 + 3,5\mathrm{i}) = 12 + 7\mathrm{i}</math>
<math>2 ~ * ~ (6 + 3,5\mathrm{i}) = 12 + 7\mathrm{i}</math><br />  


Beispiel 2
Beispiel 2  


<math>3\mathrm{i} ~ * ~ 17\mathrm{i} = (3*17*\mathrm{i}*\mathrm{i}) = -51</math> , das Minuszeichen erscheint wegen <math>\mathrm{i}^2=-1</math>
<math>3\mathrm{i} ~ * ~ 17\mathrm{i} = (3*17*\mathrm{i}*\mathrm{i}) = -51</math> , das Minuszeichen erscheint wegen <math>\mathrm{i}^2=-1</math><br />  


Beispiel 3
Beispiel 3  


<math>(2 + 7\mathrm{i}) * (5 + 9\mathrm{i})</math>
<math>(2 + 7\mathrm{i}) * (5 + 9\mathrm{i})</math>  


<math>= 2*5 + 7\mathrm{i}*5 + 2*9\mathrm{i} + 7\mathrm{i}*9\mathrm{i}</math>
<math>= 2*5 + 7\mathrm{i}*5 + 2*9\mathrm{i} + 7\mathrm{i}*9\mathrm{i}</math>  


<math>= 10 + 35\mathrm{i} +18\mathrm{i} -63,</math>
<math>= 10 + 35\mathrm{i} +18\mathrm{i} -63,</math>  


<math>= -53 + 53\mathrm{i}</math>
<math>= -53 + 53\mathrm{i}</math><br />  


Zur Übung seien folgende Berechnungen empfohlen:
Zur Übung seien folgende Berechnungen empfohlen:  


<math>(2 + 3\mathrm{i}) * (4 - 5\mathrm{i}) </math>
<math>(2 + 3\mathrm{i}) * (4 - 5\mathrm{i}) </math>  


<math>(8 + 3\mathrm{i}) * (8 - 3\mathrm{i}) </math> Die dritte binomische Formel taucht hier auf
<math>(8 + 3\mathrm{i}) * (8 - 3\mathrm{i}) </math> Die dritte binomische Formel taucht hier auf  


<math>(8 + 3\mathrm{i}) * (-8 - 3\mathrm{i}) </math>
<math>(8 + 3\mathrm{i}) * (-8 - 3\mathrm{i}) </math>  


Ihre Ergebnisse lassen sich mit google nachprüfen, dazu sind jeweils
Ihre Ergebnisse lassen sich mit google nachprüfen, dazu sind jeweils  


(2 + 3*i) * (4 - 5*i)
(2 + 3*i) * (4 - 5*i)  


(8 + 3*i) * (8 - 3*i)
(8 + 3*i) * (8 - 3*i)  


(8 + 3*i) * (-8 - 3*i)
(8 + 3*i) * (-8 - 3*i)  


mit Hilfe von copy + paste in das google-Suchfeld zu übertragen.
mit Hilfe von copy + paste in das google-Suchfeld zu übertragen.<br /><br />


=== Division ===
=== Division ===
Tritt im Nenner ein Imaginärteil auf, dann muss man den Bruch erweitern und zwar
Tritt im Nenner ein Imaginärteil auf, dann muss man den Bruch erweitern und zwar  


mit der konjugiert komplexen Zahl des Nenners. "Konjugiert" bedeutet, dass das Vorzeichen
mit der konjugiert komplexen Zahl des Nenners. "Konjugiert" bedeutet, dass das Vorzeichen  


des Imaginärteils wechselt. Das sieht so aus:
des Imaginärteils wechselt. Das sieht so aus:  


<math>z=23-17i ~ => \overline{z}=23+17i</math>
<math>z=23-17\mathrm{i} ~ => \overline{z}=23+17\mathrm{i}</math><br /><br />  


Beispiel für eine Division:
Beispiel für eine Division:  


<math>\frac{7+4i}{8+9i}</math>
<math>\frac{7+4\mathrm{i}}{8+9\mathrm{i}}</math>  


Erweitern von Zähler und Nenner mit <math>(8-9i)</math>
Erweitern von Zähler und Nenner mit <math>(8-9\mathrm{i})</math>  


= <math>\frac{(7+4i)(8-9i)}{(8+9i)(8-9i)}</math>
= <math>\frac{(7+4\mathrm{i})(8-9\mathrm{i})}{(8+9\mathrm{i})(8-9\mathrm{i})}</math>  


= <math>\frac{56+32i-63i-36i^2}{64+72i-72i-81i^2}</math>
= <math>\frac{56+32\mathrm{i}-63\mathrm{i}-36\mathrm{i}^2}{64+72\mathrm{i}-72\mathrm{i}-81\mathrm{i}^2}</math>  


= <math>\frac{92-31i}{145}</math>
= <math>\frac{92-31\mathrm{i}}{145}</math>  


= <math>0,6345-0,2138i</math>
= <math>0,6345-0,2138\mathrm{i}</math><br /><br />  


=== Potenzen von i ===
=== Potenzen von i ===
<math>i^0=1</math>
<math>\mathrm{i}^0=1</math>  


<math>i^1=i</math>
<math>\mathrm{i}^1=\mathrm{i}</math>  


<math>i^2=-1</math>
<math>\mathrm{i}^2=-1</math>  


<math>i^3=i^2*i=-i</math>
<math>\mathrm{i}^3=\mathrm{i}^2*\mathrm{i}=-\mathrm{i}</math>


<math>i^4=i^2*i^2=1</math>
<math>\mathrm{i}^4=\mathrm{i}^2*\mathrm{i}^2=1</math>  


<math>i^5=i</math>
<math>\mathrm{i}^5=\mathrm{i}</math>  


<math>i^6=-1</math>
<math>\mathrm{i}^6=-1</math>  


<math>i^7=-i</math>
<math>\mathrm{i}^7=-\mathrm{i}</math>  


<math>i^8=1</math>
<math>\mathrm{i}^8=1</math>  


usw.
usw.<br /><br />


Hinweis:
=== Hinweis: ===
<math>\mathrm{i}^4=1 ~ </math> bedeutet nicht, dass <math>\mathrm{i}=1 ~ </math> ist. Man kann aber <math>\mathrm{i}^4 ~ </math>  durch "<math>1</math>" ersetzen.


<math>i^4=1 ~ </math> bedeutet nicht, dass <math>i=1 ~ </math> ist. Man kann aber <math>i^4 ~ </math>  durch "<math>1</math>" ersetzen.
"<math>\mathrm{i} ~ </math>" ist eine Zahl, die es nicht gibt, ist also "imaginär".  


"<math>i ~ </math>" ist eine Zahl, die es nicht gibt, ist also "imaginär".
Übungsempfehlung: <math>z^2 + 2z +3, ~ mit ~ z= -1 + \sqrt{2}*\mathrm{i}</math>  


Übungsempfehlung: <math>z^2 + 2z +3, ~ mit ~ z= -1 + \sqrt{2}*i</math>
Wenn Sie es bis hierhin geschafft haben, dann können Sie die Konstruktion der sogenannten


Wenn Sie es bis hierhin geschafft haben, dann können Sie die Konstruktion der sogenannten
Mandelbrot-Menge verstehen!<br /><br />


Mandelbrot-Menge verstehen!
== Gauß'sche Zahlenebene ==
Die Gaußsche Zahlenebene ist ein Koordinatensystem mit zwei Achsen,


== Gauß'sche Zahlenebene ==
die senkrecht aufeinanderstehen. Dazu folgende Anmerkungen:
Die Gaußsche Zahlenebene ist ein Koordinatensystem mit zwei Achsen,


die senkrecht aufeinanderstehen. Dazu folgende Anmerkungen:
- Die senkrechte Achse (Im) enthält als Markierungen die imaginären Zahlen.  


- Die senkrechte Achse (Im) enthält als Markierungen die imaginären Zahlen.
&nbsp;&nbsp;In unseren Beispielen geben wir die Imaginärteile (-2, -1, 0, 1, 2, 3...) an, andere Autoren


&nbsp;&nbsp;In unseren Beispielen geben wir die Imaginärteile (-2, -1, 0, 1, 2, 3...) an, andere Autoren
&nbsp;&nbsp;schreiben <math>-2\mathrm{i}, -\mathrm{i}, 0, \mathrm{i}, 2\mathrm{i}, 3\mathrm{i}</math> ... Manchmal werden die Achsen mit x und y


&nbsp;&nbsp;schreiben -2i, -i, 0, i, 2i, 3i ... Manchmal werden die Achsen mit x und y statt mit Re und Im
statt mit Re und Im bezeichnet.


&nbsp;&nbsp;bezeichnet.
- Für das Rechnen mit reellen Zahlen genügt der Zahlenstrahl,


- Für das Rechnen mit reellen Zahlen genügt der Zahlenstrahl,
&nbsp;&nbsp;in der komplexen Zahlenebene bewegen wir uns in zwei Dimensionen.


&nbsp;&nbsp;in der komplexen Zahlenebene bewegen wir uns in zwei Dimensionen.
&nbsp;&nbsp;Leider lassen sich Funktionen schlecht darstellen, unter Umständen 


&nbsp;&nbsp;Leider lassen sich Funktionen schlecht darstellen, unter Umständen
&nbsp;&nbsp;benötigen wir zwei Koordinatensysteme.


&nbsp;&nbsp;benötigen wir zwei Koordinatensysteme.
- Die Multiplikation zweier imaginärer Zahlen führt uns auf die reelle Achse,


- Die Multiplikation zweier imaginärer Zahlen führt uns auf die reelle Achse,
&nbsp;&nbsp;umgekehrt passiert das nicht.


&nbsp;&nbsp;umgekehrt passiert das nicht.
- Einen Vergleich zweier komplexer Zahlen durch eine Ordnungsrelation  <math>z_1 \lt z_2 ~</math> oder <math>~ z_3  \gt z_4 </math>


- Einen Vergleich zweier komplexer Zahlen durch eine Ordnungsrelation  <math>z_1 \lt z_2 ~</math> oder <math>~ z_3  \gt z_4 </math>
&nbsp;&nbsp;gibt es nicht; wir können nicht feststellen, welche der beiden Zahlen <math>4 + 7*\mathrm{i} ~</math> und <math>~ 3 + 8*\mathrm{i} ~</math> die größere ist.<br /><br />  


&nbsp;&nbsp;gibt es nicht; wir können nicht feststellen, welche der beiden Zahlen <math>4 + 7*i ~</math> und <math>~ 3 + 8*i</math> die größere ist.
'''Beispiel'''


'''Beispiel 1'''
Wir wollen die Zahl <math>z=7+3\mathrm{i}</math> in der Gaußschen Zahlenebene eintragen. Zunächst gehen wir auf der


Wir wollen die Zahl <math>z=7+3i</math> in der Gaußschen Zahlenebene eintragen. Zunächst gehen wir auf der
reellen Achse 7 Längeneinheiten nach rechts und dann parallel zur imaginären Achse 3 Längeneinheiten


reellen Achse 7 Längeneinheiten nach rechts und dann parallel zur imaginären Achse 3 Längeneinheiten
nach oben. <div style="clear: both;">[[Datei:Komplexe Zahlen 1.2.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_1.2.png|links|gerahmt|Darstellung einer komplexen Zahl]]</div><div style="clear: both;"><br /><br />


nach oben.<div style="clear: both;">[[index.php?title=Datei:Komplexe_Zahlen_1.2.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_1.2.png|links|gerahmt|Darstellung einer komplexen Zahl]]</div><div style="clear: both;">
== Betrag (Länge) einer komplexen Zahl ==
== Betrag (Länge) einer komplexen Zahl ==
Der Betrag, also die Länge von <math>z=7+3i</math> ist:
Der Betrag, also die Länge von <math>z=7+3\mathrm{i}</math> ist:  
 
<math>|z|=\sqrt{7^2+3^2}=\sqrt{58} ~ = ~  7,62... ~ </math>LE


<math>|z|=\sqrt{7^2+3^2}=\sqrt{58} ~ = ~  7,62... ~ LE</math>
LE ist die Abkürzung für Längeneinheiten.  


LE ist die Abkürzung für Längeneinheiten.
Das "LE" werden wir in Zukunft weglassen, bei einer Multiplikation im Komplexen entstehen


Das "LE" werden wir in Zukunft weglassen, bei einer Multiplikation im Komplexen entstehen
keine Quadratmeter oder Kubikmeter aus Längeneinheiten.


keine Quadratmeter oder Kubikmeter aus Längeneinheiten.
Was wir sehen ist nichts anderes, als der Satz des Pythagoras. <math>|z|</math> ist die Hypotenuse;


Was wir sehen ist nichts anderes, als der Satz des Pythagoras. <math>|z|</math> ist die Hypotenuse;
Realteil und Imaginärteil sind die Katheten.  
</div><br /><br />


Realteil und Imaginärteil sind die Katheten.
'''Beispiel'''  
</div>'''Beispiel 2'''


Hier ist <math>z=-4i</math> eingezeichnet. Der Betrag ist <math>|z|=4</math> .
Hier ist <math>z=-4\mathrm{i}</math> eingezeichnet. Der Betrag ist <math>|z|=4</math> .  


Der Betrag einer komplexen Zahl ist stets eine nichtnegative reelle Zahl.<div style="clear: both;">[[index.php?title=Datei:Komplexe_Zahlen_1.3.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_1.3.png|links|gerahmt|Komplexe Zahl ohne Realteil]]</div><div style="clear: both;">
Der Betrag einer komplexen Zahl ist stets eine nichtnegative reelle Zahl. <div style="clear: both;">[[Datei:Komplexe Zahlen 1.3.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_1.3.png|links|gerahmt|Komplexe Zahl ohne Realteil]]</div><div style="clear: both;">
Übungsvorschläge:
Übungsvorschläge:  


Gegeben: <math>z=6-7i.</math> Wie groß ist <math>|z|</math>?
Gegeben: <math>z=6-7\mathrm{i}.</math> Wie groß ist <math>|z|</math>?  


Gegeben: <math>z=1+i.</math> Wie groß ist <math>|z|?</math> Kleine Hilfe: <math>1+i=1+1i</math>
Gegeben: <math>z=1+\mathrm{i}.</math> Wie groß ist <math>|z|?</math> Kleine Hilfe: <math>1+\mathrm{i}=1+1\mathrm{i}</math><br /><br />


'''Beispiel 3'''
'''Beispiel'''  


Hier haben wir <math>z=-9-2,5i ~ </math> und die konjugiert komplexe Zahl <math> ~ \overline{z}=-9+2,5i</math> eingetragen.
Hier haben wir <math>z=-9-2,5\mathrm{i} ~ </math> und die konjugiert komplexe Zahl <math> ~ \overline{z}=-9+2,5\mathrm{i}</math> eingetragen.  
</div><div style="clear: both;">[[index.php?title=Datei:Komplexe_Zahlen_1.4.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_1.4.png|links|gerahmt|Konjugiert komplexe Zahlen]]</div><div style="clear: both;">
</div><div style="clear: both;">[[Datei:Komplexe Zahlen 1.4.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_1.4.png|links|gerahmt|Konjugiert komplexe Zahlen]]</div><div style="clear: both;">
Übungsvorschläge: Berechnen Sie <math>z+\overline{z} ~, ~ z-\overline{z} ~ </math> und <math> ~ \overline{z}-z.</math>
Übungsvorschläge: Berechnen Sie <math>z+\overline{z} ~, ~ z-\overline{z} ~ </math> und <math> ~ \overline{z}-z.</math><br /><br />


== Zeichnerische Addition ==
== Zeichnerische Addition ==
In drei Schritten zeigen wir die Addition der Zahlen <math>(5 + 5i) ~ + ~ (-3 + 2i).</math>
In drei Schritten zeigen wir die Addition der Zahlen <math>(5 + 5\mathrm{i}) ~ + ~ (-3 + 2\mathrm{i}).</math><br /><br />  


Schritt 1
Schritt 1  


Den ersten Summanden einzeichnen:
Den ersten Summanden einzeichnen:  
</div><div style="clear: both;">[[index.php?title=Datei:Komplexe_Zahlen_1.5.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_1.5.png|links|gerahmt|Zeichnerische Addition, 1. Summand]]</div><div style="clear: both;">
</div><div style="clear: both;">[[Datei:Komplexe Zahlen 1.5.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_1.5.png|links|gerahmt|Zeichnerische Addition, 1. Summand]]</div><div style="clear: both;"><br /><br />
Schritt 2
Schritt 2  


Die Komponenten des zweiten Summanden an die Pfeilspitze des ersten setzen:
Die Komponenten des zweiten Summanden an die Pfeilspitze des ersten setzen:
</div><div style="clear: both;">[[index.php?title=Datei:Komplexe_Zahlen_1.6.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_1.6.png|links|gerahmt|Zeichnerische Addition, 2. Summand]]</div><div style="clear: both;">
</div><div style="clear: both;">[[Datei:Komplexe Zahlen 1.6.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_1.6.png|links|gerahmt|Zeichnerische Addition, 2. Summand]]</div><div style="clear: both;"><br /><br />
Schritt 3
Schritt 3  


Die dritte Pfeilspitze zeigt das Ergebnis an:
Die dritte Pfeilspitze zeigt das Ergebnis an:
</div><div style="clear: both;">[[index.php?title=Datei:Komplexe_Zahlen_1.7.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_1.7.png|links|gerahmt|Zeichnerische Addition, Ergebnis]]</div><div style="clear: both;">
</div><div style="clear: both;">[[Datei:Komplexe Zahlen 1.7.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_1.7.png|links|gerahmt|Zeichnerische Addition, Ergebnis]]</div><div style="clear: both;"><br /><br />
 
 
== Zeichnerische Subtraktion ==
== Zeichnerische Subtraktion ==
Wir ermitteln die Differenz von <math>(4 + 2i) ~ - ~ (2 + 3i).</math>
Wir ermitteln die Differenz von <math>(4 + 2\mathrm{i}) ~ - ~ (2 + 3\mathrm{i}).</math>  


Dazu zeichnen wir beide Zahlen ein. Zunächst durchlaufen wir den Subtrahenden
Dazu zeichnen wir beide Zahlen ein. Zunächst durchlaufen wir den Subtrahenden


2+3i in entgegengesetzter Pfeilrichtung (wegen des Minuszeichens) und erreichen
2+3i in entgegengesetzter Pfeilrichtung (wegen des Minuszeichens) und erreichen  


den Ursprung des Koordinatensystems. Nun führen wir eine Addition aus, indem wir
den Ursprung des Koordinatensystems. Nun führen wir eine Addition aus, indem wir  


den Minuenden 4+2i im Ursprung anfügen. Die Verbindung von Startpunkt zum Zielpunkt
den Minuenden <math>4+2\mathrm{i}</math> im Ursprung anfügen. Die Verbindung von Startpunkt zum Zielpunkt  


ergibt die gesuchte Differenz.
ergibt die gesuchte Differenz.  
</div><div style="clear: both;">[[index.php?title=Datei:Komplexe_Zahlen_1.8.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_1.8.png|links|gerahmt|Zeichnerische Subtraktion]]</div><div style="clear: both;">
</div><div style="clear: both;">[[Datei:Komplexe Zahlen 1.8.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_1.8.png|links|gerahmt|Zeichnerische Subtraktion]]</div><div style="clear: both;">
Übungsempfehlung: in ein Koordinatensystem ist zu zeichnen
Übungsempfehlung: in ein Koordinatensystem ist zu zeichnen  


<math>(2 + 3i) ~ - ~ (4 + 2i)~</math>
<math>(2 + 3\mathrm{i}) ~ - ~ (4 + 2\mathrm{i})~</math>  


und
und  


<math>-(2 + 3i) ~ - ~ (4 + 2i).</math>
<math>-(2 + 3\mathrm{i}) ~ - ~ (4 + 2\mathrm{i}).</math><br /><br />  


== Wiederholung Trigonometrie ==
== Wiederholung Trigonometrie ==
Alles über Winkelfunktionen ist hier als Wiederholung gedacht, wenn etwas zu schnell geht,
Alles über Winkelfunktionen ist hier als Wiederholung gedacht, wenn etwas zu schnell geht,  


dann hilft youtube mit Lehrerschmidt und anderen weiter.
dann hilft youtube mit Lehrerschmidt und anderen weiter.  


Ein Kreis ist eingeteilt in 2*2*2*3*3*5 = 360 gleich große Teile. Ein Grad ist der 360te Teil eines
Ein Kreis ist eingeteilt in 2*2*2*3*3*5 = 360 gleich große Teile. Ein Grad ist der 360te Teil eines  


Kreises. Ein Viertelkreis beträgt 90° und heißt rechter Winkel.
Kreises. Ein Viertelkreis beträgt 90° und heißt rechter Winkel.  


Das folgende Bild zeigt ein rechtwinkliges Dreieck mit dem Winkel <math>\alpha</math> = 24°.
Das folgende Bild zeigt ein rechtwinkliges Dreieck mit dem Winkel <math>\alpha</math> = 24°.  


Daraus lässt sich mit einem Taschenrechner das Verhältnis aus der Gegenkathete von <math>\alpha</math>
Daraus lässt sich mit einem Taschenrechner das Verhältnis aus der Gegenkathete von <math>\alpha</math>  


dividiert durch die Hypotenuse ermitteln. Das ist der Sinus des Winkels <math>\alpha.</math>
dividiert durch die Hypotenuse ermitteln. Das ist der Sinus des Winkels <math>\alpha.</math>  


Die Eingabe von sin (24°) führt zu dem Ergebnis 0,40673...
Die Eingabe von sin (24°) führt zu dem Ergebnis 0,40673...  


Man muss darauf achten, dass der Taschenrechner auf Grad (deg) eingestellt ist.
Man muss darauf achten, dass der Taschenrechner auf Grad (deg) eingestellt ist.  


Das Ergebnis kann man nachprüfen, indem man die Linienlängen von GK und HY
Das Ergebnis kann man nachprüfen, indem man die Linienlängen von GK und HY  


nachmisst und dann dividiert.
nachmisst und dann dividiert.  


Wenn man zusätzlich zum Winkel <math>\alpha</math> eine weitere Seitenlänge des Dreiecks kennt,
Wenn man zusätzlich zum Winkel <math>\alpha</math> eine weitere Seitenlänge des Dreiecks kennt,  


lässt sich das gesamte Dreieck berechnen.
lässt sich das gesamte Dreieck berechnen.  
</div><div style="clear: both;">[[index.php?title=Datei:Trigonometrie_Dreieck.png|verweis=Datei:Trigonometrie_Dreieck.png|links|gerahmt|Rechtwinkliges Dreieck mit Ankathete, Gegenkathete und Hypotenuse]]</div><div style="clear: both;">
</div><div style="clear: both;">[[Datei:Trigonometrie Dreieck.png|verweis=Datei:Trigonometrie_Dreieck.png|links|gerahmt|Rechtwinkliges Dreieck mit Ankathete, Gegenkathete und Hypotenuse]]</div><div style="clear: both;">
Übungsvorschlag:
Übungsvorschlag:  


Gegeben: Ein rechtwinkliges Dreieck mit <math>\alpha</math> = 53°, Hypotenuse = 15 cm.
Gegeben: Ein rechtwinkliges Dreieck mit <math>\alpha</math> = 53°, Hypotenuse = 15 cm.  


Gesucht: die Länge beider Katheten. Hinweis: Die Winkelsumme eines Dreiecks ist
Gesucht: die Länge beider Katheten. Hinweis: Die Winkelsumme eines Dreiecks ist  


180°, der andere Winkel <math>\beta</math> ist damit  90°-53°=37°. Die Gegenkathete des Winkels <math>\alpha</math>
180°, der andere Winkel <math>\beta</math> ist damit  90°-53°=37°. Die Gegenkathete des Winkels <math>\alpha</math>  


ist gleichzeitig die Ankathete des Winkels <math>\beta.</math>
ist gleichzeitig die Ankathete des Winkels <math>\beta.</math>  


Haben wir umgekehrt das Seitenverhältnis aus Gegekathete:Hypotenuse gegeben, dann können
Haben wir umgekehrt das Seitenverhältnis aus Gegekathete:Hypotenuse gegeben, dann können  


wir mit Hilfe des Arkussinus den Winkel berechnen. Auf dem Taschenrechner ist das meistens
wir mit Hilfe des Arkussinus den Winkel berechnen. Auf dem Taschenrechner ist das meistens  


die Taste <math>sin^{-1}.</math> Achtung: das ist nicht der Kehrwert, sondern die Umkehrfunktion.
die Taste <math>\mathrm{sin}^{-1}.</math> Achtung: das ist nicht der Kehrwert, sondern die Umkehrfunktion.


Ferner erhalten wir mit Anwendung des Satzes von Pythagoras <math>sin^2 \alpha + cos^2 \alpha = ~1.</math>
Ferner erhalten wir mit Anwendung des Satzes von Pythagoras <math>\mathrm{sin}^2 \alpha + \mathrm{cos}^2 \alpha = ~1.</math>  


Eine andere Schreibweise ist <math>(sin~\alpha)^2 ~ + ~  (cos~\alpha)^2 = ~1.</math>
Eine andere Schreibweise ist <math>(\mathrm{sin}~\alpha)^2 ~ + ~  (\mathrm{cos}~\alpha)^2 = ~1.</math><br />  


Übungsvorschlag:
Übungsvorschlag:  


Gegeben ist das Verhältnis GK:HY=0,669106. Wie groß ist der Winkel <math>\alpha</math>?
Gegeben ist das Verhältnis GK:HY=0,669106. Wie groß ist der Winkel <math>\alpha</math>?  


Weitere Winkelfunktionen
Weitere Winkelfunktionen


- Der Kosinus (cos) eines Winkels ist das Verhältnis Ankathete dividiert durch Hypotenuse
- Der Kosinus (cos) eines Winkels ist das Verhältnis Ankathete dividiert durch Hypotenuse  


- Der Tangens (tan) eines Winkels ist Gegenkathete dividiert durch Ankathete
- Der Tangens (tan) eines Winkels ist Gegenkathete dividiert durch Ankathete  


- Der Kotangens (cot) eines Winkels ist Ankathete dividiert durch Gegenkathete, also der Kehrwert von tan.
- Der Kotangens (cot) eines Winkels ist Ankathete dividiert durch Gegenkathete, also der Kehrwert von tan.  


Die Begriffe Sekans und Kosekans kommen nur selten vor, es handelt sich -genauso wie Kotangens- um Kehrwerte.
Die Begriffe Sekans und Kosekans kommen nur selten vor, es handelt sich -genauso wie Kotangens- um Kehrwerte.  


tan (90°) ist nicht definiert.
tan (90°) ist nicht definiert.  


Umrechnung in das Bogenmaß
Umrechnung in das Bogenmaß  


Es ist auch eine andere Teilung eines Kreises üblich: das Bogenmaß. Hier nehmen wir
Es ist auch eine andere Teilung eines Kreises üblich: das Bogenmaß. Hier nehmen wir  


einen Kreis mit dem Radius 1. Wegen der Kreisformel <math>U=2r\pi</math> ist der Umfang des ganzen
einen Kreis mit dem Radius 1. Wegen der Kreisformel <math>U=2r\pi</math> ist der Umfang des ganzen  


Kreises 2<math>\pi</math>. Der gestreckte Winkel von 180° ist umgerechnet <math>\pi</math> und der rechte Winkel
Kreises 2<math>\pi</math>. Der gestreckte Winkel von 180° ist umgerechnet <math>\pi</math> und der rechte Winkel  


90° ist <math>\pi</math>/2. Die Zahlen im Bogenmaß sind kleiner, wir haben einen Umrechnungsfaktor von
90° ist <math>\pi</math>/2. Die Zahlen im Bogenmaß sind kleiner, wir haben einen Umrechnungsfaktor von  


von 360°/2<math>\pi</math> = 57,29578... also 1 rad = 57,29578°.
von 360°/2<math>\pi</math> = 57,29578... also 1 rad = 57,29578°.  


Wichtig: der Taschenrechner muss korrekt eingestellt sein. Bei Grad auf deg (degrees),
Wichtig: der Taschenrechner muss korrekt eingestellt sein. Bei Grad auf deg (degrees),  


beim Bogenmaß auf rad (radiant). Die "Einheit" rad, die eigentlich keine ist, sondern nur Teil
beim Bogenmaß auf rad (radiant). Die "Einheit" rad, die eigentlich keine ist, sondern nur Teil  


eines Kreises, wird meistens weggelassen. Wir schreiben also entweder <math>sin~(\pi/8)</math>
eines Kreises, wird meistens weggelassen. Wir schreiben also entweder <math>\mathrm{sin}~(\pi/8)</math>  


oder <math>sin~22,5°.</math>
oder <math>\mathrm{sin}~22,5°.</math><br /><br />  


== Komplexe Zahlen in Polardarstellung ==
== Komplexe Zahlen in Polardarstellung ==
Eine komplexe Zahl kann man auch dann in ein Koordinatensystem eintragen, wenn man
Eine komplexe Zahl kann man auch dann in ein Koordinatensystem eintragen, wenn man  


ihren Betrag, also die Länge kennt und den Winkel zwischen Betrag und der reellen Achse.
ihren Betrag, also die Länge kennt und den Winkel zwischen Betrag und der reellen Achse.  


Mit der Anwendung des Satzes von Pythagoras sieht die Zahl <math>z=3 + 4i</math> so aus:
Mit der Anwendung des Satzes von Pythagoras sieht die Zahl <math>z=3 + 4\mathrm{i}</math> so aus:


<math>z=(5; 53°).</math> Der Winkel von 53,13 Grad ergibt sich aus dem Arkustangens von 4:3.
<math>z=(5; 53°).</math> Der Winkel von 53,13 Grad ergibt sich aus dem Arkustangens von 4:3.  


Auf dem Taschenrechner gibt man ein: <math>tan^{-1}(4:3)</math>, ggf. muss auf deg (degrees) umgestellt werden.
Auf dem Taschenrechner gibt man ein: <math>\mathrm{tan}^{-1}(4:3)</math>, ggf. muss auf deg (degrees) umgestellt werden.  


In diesem Beispiel sind alle Einheiten der Seitenlängen natürliche Zahlen
In diesem Beispiel sind alle Einheiten der Seitenlängen natürliche Zahlen  


(Realteil= 3, Imaginärteil= 4, Radius= 5 oder auch "Maurerdreieck", denn <math>3^2 + 4^2 = 5^2</math>)
(Realteil= 3, Imaginärteil= 4, Radius= 5 oder auch "Maurerdreieck", denn <math>3^2 + 4^2 = 5^2</math>)  
</div><div style="clear: both;">[[index.php?title=Datei:Komplexe_Zahlen_polar.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_polar.png|links|gerahmt|Polardarstellung einer komplexen Zahl]]</div><div style="clear: both;">
</div><div style="clear: both;">[[Datei:Komplexe Zahlen polar.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_polar.png|links|gerahmt|Polardarstellung einer komplexen Zahl]]</div><div style="clear: both;">
Allgemein schreibt man <math>z=(r; \varphi),</math> wobei r=<math>|z|.</math>
Allgemein schreibt man <math>z=(r; \varphi),</math> wobei r=<math>|z|.</math>  


Wir verwenden bei den komplexen Zahlen für den Winkel den griechischen Buchstaben <math>\varphi</math>,
Wir verwenden bei den komplexen Zahlen für den Winkel den griechischen Buchstaben <math>\varphi</math>,  


genannt "phi". Mit der Polarform kann man aber nicht rechnen, wir brauchen dazu
genannt "phi". Mit der Polarform kann man aber nicht rechnen, wir brauchen dazu  


die trigonometrische Darstellung oder die Exponentialform. Die Umformungen sind einfach,
die trigonometrische Darstellung oder die Exponentialform. Die Umformungen sind einfach,  


aber zeitaufwändig.
aber zeitaufwändig.<br /><br /> 


== Zeichnerische Multiplikation ==
== Zeichnerische Multiplikation ==
Zu berechnen ist das Produkt von <math>(2 + i) ~ * ~ (2 + 6i).</math>
Zu ermitteln ist das Produkt von <math>(2 +\mathrm{i}) ~ * ~ (2 + 6\mathrm{i}).</math>  


Man addiert die Winkel der beiden Faktoren, den sie jeweils mit der positiven reellen Achse bilden.
Man addiert die Winkel der beiden Faktoren, den sie jeweils mit der positiven reellen Achse bilden.  


Dann hat man zunächst "die Richtung des Produkts". Als nächstes multipliziert man die Beträge
Dann hat man zunächst "die Richtung des Produkts". Als nächstes multipliziert man die Beträge  


beider Zahlen und erhält den Betrag als Länge. Diese Länge ist dann vom Ursprung abzutragen.
beider Zahlen und erhält den Betrag als Länge. Diese Länge ist dann vom Ursprung abzutragen.  


Das komplette Verfahren kann man sich auf youtube ansehen, das uns von
Das komplette Verfahren kann man sich auf youtube ansehen, das uns von  


Prof. Jörn Loviscach vorgestellt wird.
Prof. Jörn Loviscach vorgestellt wird.  
</div><div style="clear: both;">[[index.php?title=Datei:Komplexe_Zahlen_1.9.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_1.9.png|links|gerahmt|Zeichnerische Multiplikation]]</div><div style="clear: both;">
</div><div style="clear: both;">[[Datei:Komplexe Zahlen 1.9.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_1.9.png|links|gerahmt|Zeichnerische Multiplikation]]</div><div style="clear: both;">
Übungsvorschlag: Zeichnen Sie <math>(4 + 7i) ~ * ~ i~.</math>
Übungsvorschlag: Zeichnen Sie <math>(4 + 7\mathrm{i}) ~ * ~ \mathrm{i}~.</math><br /><br />


== Unterschiedliche Darstellungsformen ==
== Unterschiedliche Darstellungsformen ==
Für die Darstellung einer komplexen Zahl gibt es mehrere Möglichkeiten:
Für die Darstellung einer komplexen Zahl gibt es mehrere Möglichkeiten:<br /><br />


<big>'''Algebraische Form:''' </big>
<big>'''Algebraische Form:''' </big>  


<big><math>z = (a + bi)</math>, </big>
<big><math>z = (a + b\mathrm{i})</math>, </big>


<big>als Beispiel: </big>
<big>als Beispiel: </big>


<big><math>(7 - 2i)</math> </big>
<big><math>(7 - 2\mathrm{i})</math> </big><br /><br />  


<big>'''Polarform:''' </big>
<big>'''Polarform:''' </big>  


<big><math>(r ~|~  \varphi)</math>, </big>
<big><math>(r ~|~  \varphi)</math>, </big>
Zeile 482: Zeile 486:
<big>als Beispiel (in Grad, Modus "deg" auf dem Taschenrechner):</big>
<big>als Beispiel (in Grad, Modus "deg" auf dem Taschenrechner):</big>


<big><math>(7,28 ~| ~344°)</math> </big>
<big><math>(7,28 ~| ~344°)</math> </big><br /><br />  


<big>'''Trigonometrische Form:''' </big>
<big>'''Trigonometrische Form:''' </big>  


<big><math>r*(cos \varphi + i*sin \varphi) </math>, </big>
<big><math>r*(\mathrm{cos} \varphi + \mathrm{i}*\mathrm{sin} \varphi) </math>, </big>


<big>als Beispiel (im Bogenmaß, Modus "rad" auf dem Taschenrechner): </big>
<big>als Beispiel (im Bogenmaß, Modus "rad" auf dem Taschenrechner): </big>


<big><math>\sqrt{53}*(cos(6,005) + i*sin(6,005))</math> </big>
<big><math>\sqrt{53}*(\mathrm{cos}(6,005) + \mathrm{i}*\mathrm{sin}(6,005))</math> </big><br /><br />  


<big>'''Exponentialform:''' </big>
<big>'''Exponentialform:''' </big>  


<big><math>r*e^{i*\varphi}</math>, </big>
<big><math>r*\mathrm{e}^{\mathrm{i}*\varphi}</math>, </big>


<big>als Beispiel: </big>
<big>als Beispiel: </big>


<big><math>7,28*e^{i*6,005}</math> (mit der Eulerschen Zahl <math>e = 2,71828...</math>)</big>
<big><math>7,28*\mathrm{e}^{\mathrm{i}*6,005}</math> (mit der Eulerschen Zahl <math>\mathrm{e} = 2,71828...</math>)</big><br /><br />  


<big>'''Zusammenhang zwischen trigonometrischer Form und Exponentialform:''' </big>
<big>'''Zusammenhang zwischen trigonometrischer Form und Exponentialform:''' </big>  


<big><math>r*e^{i*\varphi}</math> = <math>r*(cos \varphi + i*sin \varphi) </math>,</big>
<big><math>r*\mathrm{e}^{\mathrm{i}*\varphi}</math> = <math>r*(\mathrm{cos} \varphi + \mathrm{i}*\mathrm{sin} \varphi) </math>,</big>


<big>bei <math>r = 1</math> (r ist der Radius bzw. der Betrag der komplexen Zahl) ergibt sich</big>
<big>bei <math>r = 1</math> (r ist der Radius bzw. der Betrag der komplexen Zahl) ergibt sich</big>


<big><math>e^{i*\varphi}</math> = <math>(cos \varphi + i*sin \varphi) </math>, Herleitung folgt später </big>
<big><math>\mathrm{e}^{\mathrm{i}*\varphi}</math> = <math>(\mathrm{cos} \varphi + \mathrm{i}*\mathrm{sin} \varphi) </math>, Herleitung folgt später </big><br /><br />


== Umwandlung verschiedener Darstellungsformen ==
== Umwandlung verschiedener Darstellungsformen ==
Wenn die kartesischen Koordinaten einer komplexen Zahl gegeben sind, dann können wir daraus
Wenn die kartesischen Koordinaten einer komplexen Zahl gegeben sind, dann können wir daraus  


den Betrag (die Länge) und den Winkel zur reellen Achse ermitteln. Wir werden an vier Beispielen
den Betrag (die Länge) und den Winkel zur reellen Achse ermitteln. Wir werden an vier Beispielen  


den Winkel <math>\varphi</math> errechnen und dazu je nach Lage der Zahl in einem Quadranten
den Winkel <math>\varphi</math> errechnen und dazu je nach Lage der Zahl in einem Quadranten  


einen  entsprechenden Korrekturwinkel addieren.
einen  entsprechenden Korrekturwinkel addieren.


Wir rechnen ab jetzt nicht mehr in Grad, sondern im Bogenmaß (rad). Der Taschenrechner muss auf
Wir rechnen ab jetzt nicht mehr in Grad, sondern im Bogenmaß (rad). Der Taschenrechner muss auf  


den Modus "rad" eingestellt sein!
den Modus "rad" eingestellt sein!


Zur Bestimmung von <math>\varphi</math> nehmen wir zunächst den Tangens, den wir aus
Zur Bestimmung von <math>\varphi</math> nehmen wir zunächst den Tangens, den wir aus  
Realteil und Imaginärteil berechnen können.<div style="clear: both;">
 
'''Berechnung im 1. Quadranten'''
Realteil und Imaginärteil berechnen können. <div style="clear: both;">
'''Berechnung im 1. Quadranten'''
 
<math>\mathrm{tan} ~ \varphi = \frac{Gegenkathete}{Ankathete}</math>
</div><div style="clear: both;">[[Datei:Komplexe Zahlen Winkel 1Q.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_Winkel_1Q.png|links|gerahmt|Die komplexe Zahl 4 + 2i im 1. Quadranten]]</div><div style="clear: both;">
'''Berechnung im 2. Quadranten'''  


<math>tan ~ \varphi = \frac{Gegenkathete}{Ankathete}</math>
<math>\mathrm{tan} ~ \alpha = \frac{Gegenkathete}{Ankathete}</math>
</div><div style="clear: both;">[[index.php?title=Datei:Komplexe_Zahlen_Winkel_1Q.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_Winkel_1Q.png|links|gerahmt|Die komplexe Zahl 4 + 2i im 1. Quadranten]]</div><div style="clear: both;">
</div><div style="clear: both;">[[Datei:Komplexe Zahlen Winkel 2Q.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_Winkel_2Q.png|links|gerahmt|Die komplexe Zahl -5 + 3i im 2. Quadranten]]</div><div style="clear: both;">
'''Berechnung im 2. Quadranten'''
'''Berechnung im 3. Quadranten'''  


<math>tan ~ \alpha = \frac{Gegenkathete}{Ankathete}</math>
<math>\mathrm{tan} ~ \alpha = \frac{Gegenkathete}{Ankathete}</math>
</div><div style="clear: both;">[[index.php?title=Datei:Komplexe_Zahlen_Winkel_2Q.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_Winkel_2Q.png|links|gerahmt|Die komplexe Zahl -5 + 3i im 2. Quadranten]]</div><div style="clear: both;">
</div><div style="clear: both;">[[Datei:Komplexe Zahlen Winkel 3Q.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_Winkel_3Q.png|links|gerahmt|Die komplexe Zahl -1 - 7i im 3. Quadranten]]</div><div style="clear: both;">
'''Berechnung im 3. Quadranten'''
'''Berechnung im 4. Quadranten'''  


<math>tan ~ \alpha = \frac{Gegenkathete}{Ankathete}</math>
<math>\mathrm{tan} ~ \alpha = \frac{Gegenkathete}{Ankathete}</math>
</div><div style="clear: both;">[[index.php?title=Datei:Komplexe_Zahlen_Winkel_3Q.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_Winkel_3Q.png|links|gerahmt|Die komplexe Zahl -1 - 7i im 3. Quadranten]]</div><div style="clear: both;">
</div><div style="clear: both;">[[Datei:Komplexe Zahlen Winkel 4Q.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_Winkel_4Q.png|links|gerahmt|Die komplexe Zahl -5 - 5i im 4. Quadranten]]</div><div style="clear: both;"><br /><br />
'''Berechnung im 4. Quadranten'''


<math>tan ~ \alpha = \frac{Gegenkathete}{Ankathete}</math>
</div><div style="clear: both;">[[index.php?title=Datei:Komplexe_Zahlen_Winkel_4Q.png|verweis=Datei:Komplexe_Zahlen_Winkel_4Q.png|links|gerahmt|Die komplexe Zahl -5 - 5i im 4. Quadranten]]</div><div style="clear: both;">
== Rechnen mit komplexen Zahlen in google ==
== Rechnen mit komplexen Zahlen in google ==
Komplexe Zahlen können auch in Exponenten auftauchen. Damit sich niemand eine Vorstellung von "<math>i</math>"
Komplexe Zahlen können auch in Exponenten auftauchen. Damit sich niemand eine Vorstellung von "<math>\mathrm{i}</math>"  


macht, empfehlen wir folgende Berechnungen mit google, dabei gibt man die Operationen direkt
macht, empfehlen wir folgende Berechnungen mit google, dabei gibt man die Operationen direkt  


in das google-Suchfeld ein oder kopiert mit copy + paste. In den folgenden Beispielen
in das google-Suchfeld ein oder kopiert mit copy + paste. In den folgenden Beispielen  


ist der Realteil im Exponenten gleich Null.
ist der Realteil im Exponenten gleich Null.<br /><br />


2 hoch (3*i) oder 2 ** (3*i) oder 2 to the power (3*i)
2 hoch (3*i) oder 2 ** (3*i) oder 2 to the power (3*i)  


2 hoch (7*i)
2 hoch (7*i)  


100 hoch (6*i)
100 hoch (6*i)  


1000 hoch (26*i)
1000 hoch (26*i)  


100000 hoch (9000*i)
100000 hoch (9000*i)<br /><br />


Zu sehen ist, dass Realteil und Imaginärteil stets zwischen -1 und +1 liegen.
Zu sehen ist, dass Realteil und Imaginärteil stets zwischen -1 und +1 liegen.  


Und nun kommen wir zu der schönsten Formel der Mathematik, das ist die Eulersche Identität:
Und nun kommen wir zu der schönsten Formel der Mathematik, das ist die Eulersche Identität:  


&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<big><math>e^{\pi*i} +1 = 0</math> </big>
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<big><math>\mathrm{e}^{\pi*\mathrm{i}} +1 = 0</math> </big>


Für die Eingabe in das google-Suchfeld:
Für die Eingabe in das google-Suchfeld:<br /><br />


(2,71828183 hoch (3,14159265*i)) +1
(2,71828183 hoch (3,14159265*i)) +1<br /><br />


oder auch -diesmal ohne Rundungsfehler-
oder auch -diesmal ohne Rundungsfehler-<br /><br />


(e hoch (pi*i)) + 1
(e hoch (pi*i)) + 1  
</div>
</div><br /><br />


== Weblinks ==
== Weblinks ==

Aktuelle Version vom 4. März 2026, 22:28 Uhr

Mit Hilfe der komplexen Zahlen ist es möglich, Gleichungen wie z.B. [math]\displaystyle{ x^{2}+1 = 0 }[/math] zu lösen.

Das Einzige, das neu dazukommt, ist die imaginäre Einheit "[math]\displaystyle{ \mathrm{i} }[/math]",

alle anderen Rechenregeln bleiben erhalten.

Vorbemerkung und Wiederholung

In der Mittelstufe wurde folgendes gelehrt:

[math]\displaystyle{ (14 - 5) * (17 - 11) = 9 * 6 = 54 }[/math].

Oder man rechnet mit doppelter Anwendung des Distributivgesetzes:

[math]\displaystyle{ 14*17 - 5*17 -14*11 + 5*11 = 238 - 85 - 154 + 55 = 54. }[/math]

Wir sehen: [math]\displaystyle{ (-5)*(-11) }[/math] muss [math]\displaystyle{ 55 }[/math] ergeben, oder kürzer: "Minus mal Minus ergibt Plus".

Somit ergibt sich: [math]\displaystyle{ (-7)*(-7) = 49 }[/math]

Wäre das nicht so, dann würde das Gefüge von Addition und Multiplikation sofort zusammenbrechen,

weil die Distributivgesetze verletzt wären. Und wir sind auch gewohnt: "Plus mal Plus ergibt Plus".

Das Quadrieren einer Zahl ungleich Null führt also immer zu einer positiven Zahl.

i[math]\displaystyle{ ^{2} = -1, }[/math]

Und nun kommt eine Ausnahme, die imaginäre Einheit "[math]\displaystyle{ \mathrm{i} }[/math]".

Hier gilt jetzt:

[math]\displaystyle{ \mathrm{i*i = -1.} }[/math]

Oder kürzer:

[math]\displaystyle{ \mathrm{i^2 = -1.} }[/math]

Selbstverständlich bleiben die bis jetzt erlernten Rechenregeln erhalten!

Reelle Zahlen

Die reellen Zahlen kennen die meisten von uns, Beispiele:

[math]\displaystyle{ -23, }[/math]

[math]\displaystyle{ \sqrt{5}, }[/math]

[math]\displaystyle{ 0, }[/math]

[math]\displaystyle{ 1, }[/math]

[math]\displaystyle{ 114,375, }[/math]

[math]\displaystyle{ \mathrm{log 19.} }[/math]

Die Menge der reellen Zahlen wird mit "[math]\displaystyle{ \mathbb{R} }[/math]" bezeichnet.

Imaginäre Zahlen

Neu sind jetzt die imaginären Zahlen:

[math]\displaystyle{ 24\mathrm{i} }[/math],

[math]\displaystyle{ -9\mathrm{i}, }[/math]

[math]\displaystyle{ \sqrt{2}\mathrm{i} }[/math].

Die imaginäre Einheit "[math]\displaystyle{ \mathrm{i} }[/math]" kann man ebenfalls als imaginäre Zahl bezeichnen.

Die Menge der imaginären Zahlen hat keine eigene Abkürzung.

Komplexe Zahlen

Eine komplexe Zahl entsteht durch Zusammenfügen einer rellen Zahl und einer imaginären Zahl,

das sieht dann so aus:

[math]\displaystyle{ 4 + 7*\mathrm{i} }[/math].

Es werden also FÜNF Symbole zu einer Zahl:

[math]\displaystyle{ 4, }[/math]

[math]\displaystyle{ +, }[/math]

[math]\displaystyle{ 7, }[/math]

[math]\displaystyle{ *, }[/math]

[math]\displaystyle{ \mathrm{i} }[/math].

Diese neu entstandenen Zahlen bilden die Menge der komplexen Zahlen, sie wird mit "[math]\displaystyle{ \mathbb{C} }[/math]" bezeichnet.

Die komplexe Zahl [math]\displaystyle{ 4 + 7*\mathrm{i} }[/math] hat den Realteil "4" und den Imaginärteil "7".

Bei einer imaginären Zahl ist der Realteil gleich 0, bei einer reellen Zahl ist der Imaginärteil gleich 0.

WICHTIGE HINWEISE

* "[math]\displaystyle{ \mathrm{i} }[/math]" ist keine Variable, wir setzen keine Werte ein, es gilt [math]\displaystyle{ \mathrm{i}^{2} = -1. }[/math]

* "[math]\displaystyle{ \mathrm{i} }[/math]" ist nicht "irgend etwas mit eins oder Wurzel aus eins" und hat auch wenig mit eins zu tun.

Wir berechnen nicht [math]\displaystyle{ 7*\mathrm{i} }[/math].

* Wir nehmen auch keine Verkürzung vor, indem wir [math]\displaystyle{ 4+7*\mathrm{i} }[/math] oder [math]\displaystyle{ 4+7 }[/math] berechnen.

Wenn [math]\displaystyle{ 4+7*\mathrm{i} }[/math] das Ergebnis einer Berechnung ist, dann bleibt die Zahl so stehen.

* Realteil UND Imaginärteil einer komplexen Zahl sind reelle Zahlen.

* Die Schreibweise [math]\displaystyle{ \mathrm{i} = \sqrt{-1} }[/math] ist nicht falsch, man sollte sie aber trotzdem vermeiden.

* Beim Ausdruck [math]\displaystyle{ \sqrt{-16} }[/math] ersetzt man besser das Minuszeichen unter der Wurzel durch [math]\displaystyle{ \mathrm{i}^{2} }[/math],

so dass [math]\displaystyle{ \sqrt{-16} }[/math] = [math]\displaystyle{ \sqrt{16*\mathrm{i}^2} = 4*\mathrm{i} }[/math].

Die Menge der komplexen Zahlen umfasst somit die natürlichen Zahlen, die ganzen Zahlen,

die rationalen Zahlen, die reellen Zahlen, die imaginären Zahlen und die zusammengesetzten,

also "echt komplexen" Zahlen. Einige Beispiele:

[math]\displaystyle{ 1,275 - 3\mathrm{i}, }[/math]

[math]\displaystyle{ \frac{-17}{9} + \sqrt{2}\mathrm{i}, }[/math]

[math]\displaystyle{ 5\mathrm{i}, }[/math]

[math]\displaystyle{ -23, }[/math]

[math]\displaystyle{ \sqrt{5}, }[/math]

[math]\displaystyle{ 0, }[/math]

[math]\displaystyle{ 1. }[/math]

Google kann sehr gut mit komplexen Zahlen rechnen. Geben Sie einfach mal die Zeichenfolge [math]\displaystyle{ \mathrm{i*i} }[/math] (für copy+paste: i*i)

in das google-Suchfeld ein! Oder [math]\displaystyle{ \mathrm{(-i)*(-i)} }[/math] (für copy+paste:(-i)*(-i)). Wir kommen noch darauf zurück.

Addition und Subtraktion

Das ist einfach. Wir addieren (oder subtrahieren) die Realteile und imaginären Zahlen getrennt voneinander.

[math]\displaystyle{ (5 + 17\mathrm{i}) + (7 + 8\mathrm{i}) ~ = ~ 12 + 25\mathrm{i} }[/math]

[math]\displaystyle{ (4 + 2\mathrm{i}) - (7 - 22\mathrm{i}) ~ = ~ -3 + 24\mathrm{i} }[/math]

Multiplikation

Nochmals: auch die natürlichen, ganzen, rationalen und reellen Zahlen gehören zu den komplexen Zahlen, ihr Imaginärteil ist Null.

[math]\displaystyle{ 17 = 17 + 0*\mathrm{i} }[/math]

Beispiel 1

[math]\displaystyle{ 2 ~ * ~ (6 + 3,5\mathrm{i}) = 12 + 7\mathrm{i} }[/math]

Beispiel 2

[math]\displaystyle{ 3\mathrm{i} ~ * ~ 17\mathrm{i} = (3*17*\mathrm{i}*\mathrm{i}) = -51 }[/math] , das Minuszeichen erscheint wegen [math]\displaystyle{ \mathrm{i}^2=-1 }[/math]

Beispiel 3

[math]\displaystyle{ (2 + 7\mathrm{i}) * (5 + 9\mathrm{i}) }[/math]

[math]\displaystyle{ = 2*5 + 7\mathrm{i}*5 + 2*9\mathrm{i} + 7\mathrm{i}*9\mathrm{i} }[/math]

[math]\displaystyle{ = 10 + 35\mathrm{i} +18\mathrm{i} -63, }[/math]

[math]\displaystyle{ = -53 + 53\mathrm{i} }[/math]

Zur Übung seien folgende Berechnungen empfohlen:

[math]\displaystyle{ (2 + 3\mathrm{i}) * (4 - 5\mathrm{i}) }[/math]

[math]\displaystyle{ (8 + 3\mathrm{i}) * (8 - 3\mathrm{i}) }[/math] Die dritte binomische Formel taucht hier auf

[math]\displaystyle{ (8 + 3\mathrm{i}) * (-8 - 3\mathrm{i}) }[/math]

Ihre Ergebnisse lassen sich mit google nachprüfen, dazu sind jeweils

(2 + 3*i) * (4 - 5*i)

(8 + 3*i) * (8 - 3*i)

(8 + 3*i) * (-8 - 3*i)

mit Hilfe von copy + paste in das google-Suchfeld zu übertragen.

Division

Tritt im Nenner ein Imaginärteil auf, dann muss man den Bruch erweitern und zwar

mit der konjugiert komplexen Zahl des Nenners. "Konjugiert" bedeutet, dass das Vorzeichen

des Imaginärteils wechselt. Das sieht so aus:

[math]\displaystyle{ z=23-17\mathrm{i} ~ =\gt \overline{z}=23+17\mathrm{i} }[/math]

Beispiel für eine Division:

[math]\displaystyle{ \frac{7+4\mathrm{i}}{8+9\mathrm{i}} }[/math]

Erweitern von Zähler und Nenner mit [math]\displaystyle{ (8-9\mathrm{i}) }[/math]

= [math]\displaystyle{ \frac{(7+4\mathrm{i})(8-9\mathrm{i})}{(8+9\mathrm{i})(8-9\mathrm{i})} }[/math]

= [math]\displaystyle{ \frac{56+32\mathrm{i}-63\mathrm{i}-36\mathrm{i}^2}{64+72\mathrm{i}-72\mathrm{i}-81\mathrm{i}^2} }[/math]

= [math]\displaystyle{ \frac{92-31\mathrm{i}}{145} }[/math]

= [math]\displaystyle{ 0,6345-0,2138\mathrm{i} }[/math]

Potenzen von i

[math]\displaystyle{ \mathrm{i}^0=1 }[/math]

[math]\displaystyle{ \mathrm{i}^1=\mathrm{i} }[/math]

[math]\displaystyle{ \mathrm{i}^2=-1 }[/math]

[math]\displaystyle{ \mathrm{i}^3=\mathrm{i}^2*\mathrm{i}=-\mathrm{i} }[/math]

[math]\displaystyle{ \mathrm{i}^4=\mathrm{i}^2*\mathrm{i}^2=1 }[/math]

[math]\displaystyle{ \mathrm{i}^5=\mathrm{i} }[/math]

[math]\displaystyle{ \mathrm{i}^6=-1 }[/math]

[math]\displaystyle{ \mathrm{i}^7=-\mathrm{i} }[/math]

[math]\displaystyle{ \mathrm{i}^8=1 }[/math]

usw.

Hinweis:

[math]\displaystyle{ \mathrm{i}^4=1 ~ }[/math] bedeutet nicht, dass [math]\displaystyle{ \mathrm{i}=1 ~ }[/math] ist. Man kann aber [math]\displaystyle{ \mathrm{i}^4 ~ }[/math] durch "[math]\displaystyle{ 1 }[/math]" ersetzen.

"[math]\displaystyle{ \mathrm{i} ~ }[/math]" ist eine Zahl, die es nicht gibt, ist also "imaginär".

Übungsempfehlung: [math]\displaystyle{ z^2 + 2z +3, ~ mit ~ z= -1 + \sqrt{2}*\mathrm{i} }[/math]

Wenn Sie es bis hierhin geschafft haben, dann können Sie die Konstruktion der sogenannten

Mandelbrot-Menge verstehen!

Gauß'sche Zahlenebene

Die Gaußsche Zahlenebene ist ein Koordinatensystem mit zwei Achsen,

die senkrecht aufeinanderstehen. Dazu folgende Anmerkungen:

- Die senkrechte Achse (Im) enthält als Markierungen die imaginären Zahlen.

  In unseren Beispielen geben wir die Imaginärteile (-2, -1, 0, 1, 2, 3...) an, andere Autoren

  schreiben [math]\displaystyle{ -2\mathrm{i}, -\mathrm{i}, 0, \mathrm{i}, 2\mathrm{i}, 3\mathrm{i} }[/math] ... Manchmal werden die Achsen mit x und y

statt mit Re und Im bezeichnet.

- Für das Rechnen mit reellen Zahlen genügt der Zahlenstrahl,

  in der komplexen Zahlenebene bewegen wir uns in zwei Dimensionen.

  Leider lassen sich Funktionen schlecht darstellen, unter Umständen

  benötigen wir zwei Koordinatensysteme.

- Die Multiplikation zweier imaginärer Zahlen führt uns auf die reelle Achse,

  umgekehrt passiert das nicht.

- Einen Vergleich zweier komplexer Zahlen durch eine Ordnungsrelation [math]\displaystyle{ z_1 \lt z_2 ~ }[/math] oder [math]\displaystyle{ ~ z_3 \gt z_4 }[/math]

  gibt es nicht; wir können nicht feststellen, welche der beiden Zahlen [math]\displaystyle{ 4 + 7*\mathrm{i} ~ }[/math] und [math]\displaystyle{ ~ 3 + 8*\mathrm{i} ~ }[/math] die größere ist.

Beispiel

Wir wollen die Zahl [math]\displaystyle{ z=7+3\mathrm{i} }[/math] in der Gaußschen Zahlenebene eintragen. Zunächst gehen wir auf der

reellen Achse 7 Längeneinheiten nach rechts und dann parallel zur imaginären Achse 3 Längeneinheiten

nach oben.

Darstellung einer komplexen Zahl


Betrag (Länge) einer komplexen Zahl

Der Betrag, also die Länge von [math]\displaystyle{ z=7+3\mathrm{i} }[/math] ist:

[math]\displaystyle{ |z|=\sqrt{7^2+3^2}=\sqrt{58} ~ = ~ 7,62... ~ }[/math]LE

LE ist die Abkürzung für Längeneinheiten.

Das "LE" werden wir in Zukunft weglassen, bei einer Multiplikation im Komplexen entstehen

keine Quadratmeter oder Kubikmeter aus Längeneinheiten.

Was wir sehen ist nichts anderes, als der Satz des Pythagoras. [math]\displaystyle{ |z| }[/math] ist die Hypotenuse;

Realteil und Imaginärteil sind die Katheten.



Beispiel

Hier ist [math]\displaystyle{ z=-4\mathrm{i} }[/math] eingezeichnet. Der Betrag ist [math]\displaystyle{ |z|=4 }[/math] .

Der Betrag einer komplexen Zahl ist stets eine nichtnegative reelle Zahl.

Komplexe Zahl ohne Realteil

Übungsvorschläge:

Gegeben: [math]\displaystyle{ z=6-7\mathrm{i}. }[/math] Wie groß ist [math]\displaystyle{ |z| }[/math]?

Gegeben: [math]\displaystyle{ z=1+\mathrm{i}. }[/math] Wie groß ist [math]\displaystyle{ |z|? }[/math] Kleine Hilfe: [math]\displaystyle{ 1+\mathrm{i}=1+1\mathrm{i} }[/math]

Beispiel

Hier haben wir [math]\displaystyle{ z=-9-2,5\mathrm{i} ~ }[/math] und die konjugiert komplexe Zahl [math]\displaystyle{ ~ \overline{z}=-9+2,5\mathrm{i} }[/math] eingetragen.

Konjugiert komplexe Zahlen

Übungsvorschläge: Berechnen Sie [math]\displaystyle{ z+\overline{z} ~, ~ z-\overline{z} ~ }[/math] und [math]\displaystyle{ ~ \overline{z}-z. }[/math]

Zeichnerische Addition

In drei Schritten zeigen wir die Addition der Zahlen [math]\displaystyle{ (5 + 5\mathrm{i}) ~ + ~ (-3 + 2\mathrm{i}). }[/math]

Schritt 1

Den ersten Summanden einzeichnen:

Zeichnerische Addition, 1. Summand


Schritt 2

Die Komponenten des zweiten Summanden an die Pfeilspitze des ersten setzen:

Zeichnerische Addition, 2. Summand


Schritt 3

Die dritte Pfeilspitze zeigt das Ergebnis an:

Zeichnerische Addition, Ergebnis



Zeichnerische Subtraktion

Wir ermitteln die Differenz von [math]\displaystyle{ (4 + 2\mathrm{i}) ~ - ~ (2 + 3\mathrm{i}). }[/math]

Dazu zeichnen wir beide Zahlen ein. Zunächst durchlaufen wir den Subtrahenden

2+3i in entgegengesetzter Pfeilrichtung (wegen des Minuszeichens) und erreichen

den Ursprung des Koordinatensystems. Nun führen wir eine Addition aus, indem wir

den Minuenden [math]\displaystyle{ 4+2\mathrm{i} }[/math] im Ursprung anfügen. Die Verbindung von Startpunkt zum Zielpunkt

ergibt die gesuchte Differenz.

Zeichnerische Subtraktion

Übungsempfehlung: in ein Koordinatensystem ist zu zeichnen

[math]\displaystyle{ (2 + 3\mathrm{i}) ~ - ~ (4 + 2\mathrm{i})~ }[/math]

und

[math]\displaystyle{ -(2 + 3\mathrm{i}) ~ - ~ (4 + 2\mathrm{i}). }[/math]

Wiederholung Trigonometrie

Alles über Winkelfunktionen ist hier als Wiederholung gedacht, wenn etwas zu schnell geht,

dann hilft youtube mit Lehrerschmidt und anderen weiter.

Ein Kreis ist eingeteilt in 2*2*2*3*3*5 = 360 gleich große Teile. Ein Grad ist der 360te Teil eines

Kreises. Ein Viertelkreis beträgt 90° und heißt rechter Winkel.

Das folgende Bild zeigt ein rechtwinkliges Dreieck mit dem Winkel [math]\displaystyle{ \alpha }[/math] = 24°.

Daraus lässt sich mit einem Taschenrechner das Verhältnis aus der Gegenkathete von [math]\displaystyle{ \alpha }[/math]

dividiert durch die Hypotenuse ermitteln. Das ist der Sinus des Winkels [math]\displaystyle{ \alpha. }[/math]

Die Eingabe von sin (24°) führt zu dem Ergebnis 0,40673...

Man muss darauf achten, dass der Taschenrechner auf Grad (deg) eingestellt ist.

Das Ergebnis kann man nachprüfen, indem man die Linienlängen von GK und HY

nachmisst und dann dividiert.

Wenn man zusätzlich zum Winkel [math]\displaystyle{ \alpha }[/math] eine weitere Seitenlänge des Dreiecks kennt,

lässt sich das gesamte Dreieck berechnen.

Rechtwinkliges Dreieck mit Ankathete, Gegenkathete und Hypotenuse

Übungsvorschlag:

Gegeben: Ein rechtwinkliges Dreieck mit [math]\displaystyle{ \alpha }[/math] = 53°, Hypotenuse = 15 cm.

Gesucht: die Länge beider Katheten. Hinweis: Die Winkelsumme eines Dreiecks ist

180°, der andere Winkel [math]\displaystyle{ \beta }[/math] ist damit 90°-53°=37°. Die Gegenkathete des Winkels [math]\displaystyle{ \alpha }[/math]

ist gleichzeitig die Ankathete des Winkels [math]\displaystyle{ \beta. }[/math]

Haben wir umgekehrt das Seitenverhältnis aus Gegekathete:Hypotenuse gegeben, dann können

wir mit Hilfe des Arkussinus den Winkel berechnen. Auf dem Taschenrechner ist das meistens

die Taste [math]\displaystyle{ \mathrm{sin}^{-1}. }[/math] Achtung: das ist nicht der Kehrwert, sondern die Umkehrfunktion.

Ferner erhalten wir mit Anwendung des Satzes von Pythagoras [math]\displaystyle{ \mathrm{sin}^2 \alpha + \mathrm{cos}^2 \alpha = ~1. }[/math]

Eine andere Schreibweise ist [math]\displaystyle{ (\mathrm{sin}~\alpha)^2 ~ + ~ (\mathrm{cos}~\alpha)^2 = ~1. }[/math]

Übungsvorschlag:

Gegeben ist das Verhältnis GK:HY=0,669106. Wie groß ist der Winkel [math]\displaystyle{ \alpha }[/math]?

Weitere Winkelfunktionen

- Der Kosinus (cos) eines Winkels ist das Verhältnis Ankathete dividiert durch Hypotenuse

- Der Tangens (tan) eines Winkels ist Gegenkathete dividiert durch Ankathete

- Der Kotangens (cot) eines Winkels ist Ankathete dividiert durch Gegenkathete, also der Kehrwert von tan.

Die Begriffe Sekans und Kosekans kommen nur selten vor, es handelt sich -genauso wie Kotangens- um Kehrwerte.

tan (90°) ist nicht definiert.

Umrechnung in das Bogenmaß

Es ist auch eine andere Teilung eines Kreises üblich: das Bogenmaß. Hier nehmen wir

einen Kreis mit dem Radius 1. Wegen der Kreisformel [math]\displaystyle{ U=2r\pi }[/math] ist der Umfang des ganzen

Kreises 2[math]\displaystyle{ \pi }[/math]. Der gestreckte Winkel von 180° ist umgerechnet [math]\displaystyle{ \pi }[/math] und der rechte Winkel

90° ist [math]\displaystyle{ \pi }[/math]/2. Die Zahlen im Bogenmaß sind kleiner, wir haben einen Umrechnungsfaktor von

von 360°/2[math]\displaystyle{ \pi }[/math] = 57,29578... also 1 rad = 57,29578°.

Wichtig: der Taschenrechner muss korrekt eingestellt sein. Bei Grad auf deg (degrees),

beim Bogenmaß auf rad (radiant). Die "Einheit" rad, die eigentlich keine ist, sondern nur Teil

eines Kreises, wird meistens weggelassen. Wir schreiben also entweder [math]\displaystyle{ \mathrm{sin}~(\pi/8) }[/math]

oder [math]\displaystyle{ \mathrm{sin}~22,5°. }[/math]

Komplexe Zahlen in Polardarstellung

Eine komplexe Zahl kann man auch dann in ein Koordinatensystem eintragen, wenn man

ihren Betrag, also die Länge kennt und den Winkel zwischen Betrag und der reellen Achse.

Mit der Anwendung des Satzes von Pythagoras sieht die Zahl [math]\displaystyle{ z=3 + 4\mathrm{i} }[/math] so aus:

[math]\displaystyle{ z=(5; 53°). }[/math] Der Winkel von 53,13 Grad ergibt sich aus dem Arkustangens von 4:3.

Auf dem Taschenrechner gibt man ein: [math]\displaystyle{ \mathrm{tan}^{-1}(4:3) }[/math], ggf. muss auf deg (degrees) umgestellt werden.

In diesem Beispiel sind alle Einheiten der Seitenlängen natürliche Zahlen

(Realteil= 3, Imaginärteil= 4, Radius= 5 oder auch "Maurerdreieck", denn [math]\displaystyle{ 3^2 + 4^2 = 5^2 }[/math])

Polardarstellung einer komplexen Zahl

Allgemein schreibt man [math]\displaystyle{ z=(r; \varphi), }[/math] wobei r=[math]\displaystyle{ |z|. }[/math]

Wir verwenden bei den komplexen Zahlen für den Winkel den griechischen Buchstaben [math]\displaystyle{ \varphi }[/math],

genannt "phi". Mit der Polarform kann man aber nicht rechnen, wir brauchen dazu

die trigonometrische Darstellung oder die Exponentialform. Die Umformungen sind einfach,

aber zeitaufwändig.

Zeichnerische Multiplikation

Zu ermitteln ist das Produkt von [math]\displaystyle{ (2 +\mathrm{i}) ~ * ~ (2 + 6\mathrm{i}). }[/math]

Man addiert die Winkel der beiden Faktoren, den sie jeweils mit der positiven reellen Achse bilden.

Dann hat man zunächst "die Richtung des Produkts". Als nächstes multipliziert man die Beträge

beider Zahlen und erhält den Betrag als Länge. Diese Länge ist dann vom Ursprung abzutragen.

Das komplette Verfahren kann man sich auf youtube ansehen, das uns von

Prof. Jörn Loviscach vorgestellt wird.

Zeichnerische Multiplikation

Übungsvorschlag: Zeichnen Sie [math]\displaystyle{ (4 + 7\mathrm{i}) ~ * ~ \mathrm{i}~. }[/math]

Unterschiedliche Darstellungsformen

Für die Darstellung einer komplexen Zahl gibt es mehrere Möglichkeiten:

Algebraische Form:

[math]\displaystyle{ z = (a + b\mathrm{i}) }[/math],

als Beispiel:

[math]\displaystyle{ (7 - 2\mathrm{i}) }[/math]

Polarform:

[math]\displaystyle{ (r ~|~ \varphi) }[/math],

als Beispiel (in Grad, Modus "deg" auf dem Taschenrechner):

[math]\displaystyle{ (7,28 ~| ~344°) }[/math]

Trigonometrische Form:

[math]\displaystyle{ r*(\mathrm{cos} \varphi + \mathrm{i}*\mathrm{sin} \varphi) }[/math],

als Beispiel (im Bogenmaß, Modus "rad" auf dem Taschenrechner):

[math]\displaystyle{ \sqrt{53}*(\mathrm{cos}(6,005) + \mathrm{i}*\mathrm{sin}(6,005)) }[/math]

Exponentialform:

[math]\displaystyle{ r*\mathrm{e}^{\mathrm{i}*\varphi} }[/math],

als Beispiel:

[math]\displaystyle{ 7,28*\mathrm{e}^{\mathrm{i}*6,005} }[/math] (mit der Eulerschen Zahl [math]\displaystyle{ \mathrm{e} = 2,71828... }[/math])

Zusammenhang zwischen trigonometrischer Form und Exponentialform:

[math]\displaystyle{ r*\mathrm{e}^{\mathrm{i}*\varphi} }[/math] = [math]\displaystyle{ r*(\mathrm{cos} \varphi + \mathrm{i}*\mathrm{sin} \varphi) }[/math],

bei [math]\displaystyle{ r = 1 }[/math] (r ist der Radius bzw. der Betrag der komplexen Zahl) ergibt sich

[math]\displaystyle{ \mathrm{e}^{\mathrm{i}*\varphi} }[/math] = [math]\displaystyle{ (\mathrm{cos} \varphi + \mathrm{i}*\mathrm{sin} \varphi) }[/math], Herleitung folgt später

Umwandlung verschiedener Darstellungsformen

Wenn die kartesischen Koordinaten einer komplexen Zahl gegeben sind, dann können wir daraus

den Betrag (die Länge) und den Winkel zur reellen Achse ermitteln. Wir werden an vier Beispielen

den Winkel [math]\displaystyle{ \varphi }[/math] errechnen und dazu je nach Lage der Zahl in einem Quadranten

einen entsprechenden Korrekturwinkel addieren.

Wir rechnen ab jetzt nicht mehr in Grad, sondern im Bogenmaß (rad). Der Taschenrechner muss auf

den Modus "rad" eingestellt sein!

Zur Bestimmung von [math]\displaystyle{ \varphi }[/math] nehmen wir zunächst den Tangens, den wir aus

Realteil und Imaginärteil berechnen können.

Berechnung im 1. Quadranten

[math]\displaystyle{ \mathrm{tan} ~ \varphi = \frac{Gegenkathete}{Ankathete} }[/math]

Die komplexe Zahl 4 + 2i im 1. Quadranten

Berechnung im 2. Quadranten

[math]\displaystyle{ \mathrm{tan} ~ \alpha = \frac{Gegenkathete}{Ankathete} }[/math]

Die komplexe Zahl -5 + 3i im 2. Quadranten

Berechnung im 3. Quadranten

[math]\displaystyle{ \mathrm{tan} ~ \alpha = \frac{Gegenkathete}{Ankathete} }[/math]

Die komplexe Zahl -1 - 7i im 3. Quadranten

Berechnung im 4. Quadranten

[math]\displaystyle{ \mathrm{tan} ~ \alpha = \frac{Gegenkathete}{Ankathete} }[/math]

Die komplexe Zahl -5 - 5i im 4. Quadranten


Rechnen mit komplexen Zahlen in google

Komplexe Zahlen können auch in Exponenten auftauchen. Damit sich niemand eine Vorstellung von "[math]\displaystyle{ \mathrm{i} }[/math]"

macht, empfehlen wir folgende Berechnungen mit google, dabei gibt man die Operationen direkt

in das google-Suchfeld ein oder kopiert mit copy + paste. In den folgenden Beispielen

ist der Realteil im Exponenten gleich Null.

2 hoch (3*i) oder 2 ** (3*i) oder 2 to the power (3*i)

2 hoch (7*i)

100 hoch (6*i)

1000 hoch (26*i)

100000 hoch (9000*i)

Zu sehen ist, dass Realteil und Imaginärteil stets zwischen -1 und +1 liegen.

Und nun kommen wir zu der schönsten Formel der Mathematik, das ist die Eulersche Identität:

          [math]\displaystyle{ \mathrm{e}^{\pi*\mathrm{i}} +1 = 0 }[/math]

Für die Eingabe in das google-Suchfeld:

(2,71828183 hoch (3,14159265*i)) +1

oder auch -diesmal ohne Rundungsfehler-

(e hoch (pi*i)) + 1



Weblinks